Freitag, 15. November 2013

Tokyo-Tower und Fuji

Ein großes Hallo an alle. Leider hatten wir die letzten Tage kein Internet oder keine Lust, darum kommt der aktuelle Eintrag erst jetzt. Dafür gibt es aber viel zu erzählen.

Aber zunächst eine kurze Zusammenfassung von gestern (13.11.2013).
Beim Zubettgehen hat es sich schon angekündigt und leider fühlte sich Nepi am nächsten morgen gar nicht gut. Nach abwägen der Situation haben wir uns dann dafür entschlossen, dass ich mich zunächst zu einer Apotheke alleine durchschlage um einen Mundschutz und ein Mittelchen gegen Halsweh zu kaufen.
Das war für mich eine kleine aufregende Mission, da ich mich alleine und ohne ordentliche Karte zu einer vom Google Maps ausgezeichneten „Pharmacy“ durchschlagen musste. Das klappte am Anfang nicht so gut, aber nach befragen zweier Tokianer habe ich schließlich die Adresse gefunden (Straßennamen gibt’s in den kleinen Straßen nicht wie bei uns und die Hausnummern sind nicht aufsteigend bzw. absteigend sortiert, sondern das älteste Haus hat die Nr. 1, etc.) Ich stand also vor dem Haus mit der Nummer 54-4. Doch hier war keine Apotheke sondern eine Art Drogeriemarkt. Mh, ich bin dennoch rein und habe dann vergeblich nach Halsschmerztabletten gesucht. Alles auf Japanisch! Na, wer hätte das gedacht ;)  Ich habe mir ans Herz gefasst und schließlich versucht der Verkäuferin unter Einsatz meines schauspielerischen Talents klar zu machen was ich suche. Das hat auch gut funktioniert, also blieb ich bei dem Schema und setzte zusätzlich noch das Deutsch-Japanisch Wörterbuch ein. Zufrieden machte ich mich zurück ins Hotel um die Patientin zu versorgen. Wie sich heraus stellte, hatte Nepi leicht erhöhte Temperatur. Zur Bettruhe verdonnert blieb sie also mit teilweise schlechtem Gefühl auf dem Zimmer und ich zog los um den Tokyo-Tower zu besichtigen und nochmals nach Shibuya zu fahren. Alleine machte das aber alles nur halb so viel Spaß.
Der Tokyo-Tower ist schon beeindruckend, doch wie ich persönlich finde kommt er nicht an seinen großen Bruder in Paris heran. Zwar ist er höher als der Eifelturm, aber ihm fehlt der gewisse Charme und der nötige Platz drum herum um zu wirken. Dennoch war ich glücklich ihn gesehen zu haben. Danach bin ich noch Shoppen gewesen, doch das verrückte bunte und laute Viertel Shibuya war dieses mal bei weitem nicht so faszinierend wie beim 1. Mal mit Nepi.
Auf dem Rückweg holte ich  noch Essen und Wasser und kehrte 17 Uhr im Hotel ein. Wir futterten gemütlich unseren Nikoman und frittiertes Hühnchen, packten für die Abfahrt am nächsten Morgen und gingen früh zu Bett.
Beide waren wir bereit Tokyo gehen zu lassen um endlich etwas Neues kennen zu lernen.

Tag 7:

Am nächsten Morgen war Nepi wieder fit, wie ein Turnschuh! Liebe Karin, keine Sorge! J Heute mussten wir früh aufstehen. Um 7 Uhr bereits musste unser Hauptgepäck am Empfang stehen, damit dieser mit dem LKW nach Hiroshima gebracht werden konnte. Uns stand nur das praktische Reisegepäck zur Verfügung. Nach unserem Standardfrühstück bestehend aus Rüherei, Würstchen und Brötchen machten wir uns 7:50 Uhr auf den Weg in Richtung Hakone Nationalpark um den Fuji zu sehen. Wie immer und obwohl wir pünktlich waren, waren wir die letzten im Bus :D Das blieb die nächste Zeit auch so ;)
Nach 1,5h Fahrt mit dem super gemütlichen Bus, sind wir nach Hasedera gefahren um eine 11m große Buddha-Statue aus Bronze zu besichtigen. Diese Figur ist noch ein Original aus dem 13. Jahrhundert und von innen hohl. Das war wirklich beeindruckend und das Wetter war bombig. Es war schon beinahe zu warm ^^ Jaja, man kann es uns nicht Recht machen. Nach Besichtigung des Buddhas sind wir ca. 10 Min durch den kleinen Ort gelaufen um noch den Hasedera-Tempel zu besichtigen. Neben den vielen kleinen Hallen zur Ehrerbietung des Kannon-Gottes, hat uns vor allem die Umgebung, das Meer, die Gärten und die vielen kleinen Abbildungen des Chisei-Gottes gefallen. Dieser Gott ist eigentlich der Gott der Wanderer und Pilgerer, aber vor allem auch der Schutzgott für Kinder vor allem Totgeburten. Er hilft ihren Seelen den schweren Weg ins Nirvana zu finden. Aber für uns bedeuten vor allem die Kontakte zu den Einheimischen sehr viel und bleiben stark in unserer Erinnerung. So hatten wir das Glück beim Verschnaufen mit Blick auf das Meer eine japanische Reisegruppe (bestehend aus älteren Damen) kennen zu  lernen. Wir kamen ins Gespräch, weil Nepi den grünen originellen Grashut der einen Dame so toll fand und es ihr mit „Nice hat. Sugoi.“ Bestätigte. Fünf Minuten später wurden uns die ersten Süßigkeiten angeboten: Khaki-Frucht am Spieß.  Als die Damen merkten, wie wir uns freuten, kramte jede aus ihrer Handtasche eine neue Kleinigkeit heraus, die sie uns anboten. Es hörte gar nicht mehr auf! Onigiri mit saurer Pflaume gefüllt, Kaffee-Bonbon, zwei Schokopralinen, Käse-Sticks und irgendwas anderes Süßes noch :D Außerdem unterhielten wir uns ein wenig (eine der Ladies konnte ein wenig Englisch und übersetzte immer für den Rest der Gruppe): Wo kommen wir her? Wo fahren wir hin? Was heißt „Sayonara“ auf deutsch? Etc.
Die Reaktionen darauf waren das Schönste. Freundliches Lachen, Interesse, Neugier.
Leider mussten wir unseren Bus erwischen und wir verabschiedeten uns von der Gruppe mit einem „Sayonara“ darauf hin erschallte im Chor „Tschüüüüsuuu“. So niedlich! Sie schienen so glücklich, ein neues Wort gelernt zu haben. Toll. Das sind die Momente, auf die es wirklich ankommt!
Mit dem Bus ging es zu einen der fünf durch Fuji entstandenen Seen. Hier setzten wir mit dem Schiff (einem Piratenschiff....) über. Die Fahrt dauerte ca.40 Minuten und wir konnten die Aussicht ein wenig genießen. Das Schiff selber hätte aus Disney-Land sein können. Inzwischen hatte sich der Himmel zugezogen, so dass der Fuji nicht zu sehen war.
Auf der anderen Seite des Sees ging es wieder weiter mit dem Bus Richtung Nationalpark und Hotel. Nun ging aber eine heiße Jagd auf den Fuji los, sogar der Busfahrer macht mit. Dank seines Einsatzes, konnten wir ihn doch tatsächlich an einer Raststätte teilweise sehen. Umgeben von Wolkenfetzen zeigte er uns seine schneebedeckte Spitze. Der ist schon eine Wucht! Noch besser konnten wir ihn aber von der folgenden Busfahrt sehen. Die Wolken waren dann fast komplett verschwunden und je näher wir dem Hotel und somit dem Fuji kamen, desto beeindruckender und schöner war sein Anblick. „Ein wahrer Augenöffner, gar keine Frage....“
Aber warum finden wir den Fuji so toll? Nun, erst einmal es ist ein Vulkan mit einem mächtigen Fuß (Durchschnitt ca. 30km), er ist über 3000m hoch, er ist der einzige Berg mit Schneespitze und wirkt majestätisch, weil er sich über alle anderen Berge und Hügel weit abhebt. Zudem ist er ein Gott und man spricht von ihm, wie von einem Wesen, das sich nur wenn man Glück hat zeigt und sonst verborgen hält.
Unser Hotel lag mitten im Wald am Fuße des Fuji. Das Gebiet gilt in Japan als Naherholungsgebiet. Das Hotel selber war schöner als unser Hotel in Tokio, zumal uns hier auch etwas mehr Platz zur Verfügung und Entfaltung stand. Das Essen war ok, die chinesischen Gäste haben ziemlich genervt, aber das alles konnte gut gemacht werden durch unseren geliebten Onsen. Ein Onsen ist ein traditionelles Thermalbad mit dem mineralischen Wasser einer heißen Quelle. Doch vielmehr ist ein Onsen auch eine Badezeremonie. Nur im vom Hotel bereitgestellten Yukatan ging es vom Zimmer im 3. Stock runter ins Erdgeschoss in den Onsen-Bereich. Zunächst mussten wir uns, bevor wir in das Bad steigen konnten, gründlich waschen. Dazu hatte jeder seinen kleinen Hocker, einen Duschschlauch, Duschgel, Haarwaschmittel etc. und musste sich gründlich reinigen. D.h. auch die Nägel, an den Füßen, alles wirklich penibel sauber machen. Danach war es uns erlaubt in das Bad einzusteigen. Es war richtig toll. Wie in der Wanne zu Hause nur 1000 Mal besser. Es gab zwei verschieden Onsen. Einen drinnen mit Whirpoolfunktion und einen im Außenbereich. Wir nutzen sofort den Letzteren. Den Körper in 42°C warmen Wasser und den Kopf in der kühlen Nacht genossen wir gemeinsam die Zeit. Ca. 15 Minuten hielten wir es aus, dann mussten wir heraus und dampften gemeinsam im Handtuch eingewickelt an der frischen Nachtluft aus. Wir wiederholten das Ganze noch einmal.

Danach gingen wir entspannt, glücklich und übersauber auf unser Zimmer und fielen in unsere Betten.




4 Kommentare:

  1. Das liest sich alles so toll, aber ich schaffe es kaum ;-) Ich freue mich riesig für euch, dass eure Japantour so super genial ist. Wünsche euch noch wundervolle Tage und viele tolle Erlebnisse.

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  2. Vielen Dank gute MelChan dass du dich so lieb um NepiSchatz gekümmert hast!
    Bin froh, daß es euch somit beiden wieder besser geht und ihr eure kleinen Abenteuer und hübschen Begegnungen mit den Landesbewohnern weiterhin genießen könnt. :o)
    Ach wie gern wär ich auch mit auf dem Piratenschiff gewesen. tooowanda ;o)
    Ganz ganz liebe Knuddelgrüße^^ Karin

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  3. Jetzt sieht man schon die schöne Laubfärbung. Viele schöne Eindrücke noch.

    Mutti

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  4. zum augenöffner ... sam in den minen von moria!! gib's zu mel, den haste doch als test für mich eingebaut :)))

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