Samstag, 16. November 2013

Die Fahrt nach Hiroshima

Heute hieß es mal wieder früh aufstehen. Zum Glück waren wir durch den Onsen am Abend schön entspannt, doch das frühe Weckerklingeln jeden Tag fängt langsam doch an etwas anstrengend zu werden. Unsere Motivation für den Tag aber hielt uns wach: Shinkansen!
Japans berühmter Hochgeschwindigkeitszug der mit über 300 km/h über die Gleise fliegt, sollte uns heute vom Fuji-san (Shizuoka) nach Hiroshima bringen. Wir freuten uns schon sehr darauf!
Das Frühstück noch im Hotel war leider etwas chaotisch. Viele überwiegend chinesische Reisegruppen machten das Durchkommen am Buffet schwer. Außerdem fiel uns auf, wie unterschiedlich die Japaner und Chinesen in ihrer ganzen Art einfach sind. Hatten wir die Japaner bisher als sehr still, zuvorkommend und höflich empfunden, erschienen uns die Chinesen wie das komplette Gegenteil: Laut, aufdringlich und rücksichtslos.  Wir waren froh das Buffet schnell wieder verlassen zu können und mit unserer Reisegruppe gegen 8 Uhr morgens mit dem Bus aufzubrechen.
Nach einstündiger Fahrt kamen wir dann in Shizuoka am Shinkansen-Bahnhof an. Unsere Reiseleitung erklärte uns schon, dass es beim Ein und Aussteigen im Shinkansen auf Organisation und Schnelligkeit ankommt. So mancher Shinkansen hält maximal 1:30 Minuten und es wird absoluter Wert auf Pünktlichkeit gelegt. Am Tag soll so ein Zug höchstens 15 Sekunden Verspätung haben. Da kann sich unsere Bahn aber mal schön ne Scheibe von abschneiden.
Unser Einstieg jedenfalls klappte reibungslos, nachdem wir auf dem Bahnsteig noch den ein oder anderen, durchfahrenden Shinkansen beobachten konnten. Schon beeindruckend mit wie viel Schwung diese Züge an einem vorbeipreschen. Sehr niedlich auch wie alle (einschließlich uns) aus der Reisegruppe ganz aufgeregt am Gleis standen und den Fotoapparat zückten, wenn ein Shinkansen in Sicht kam.
Im Zug hatten wir unsere reservierten Plätze recht schnell eingenommen. Die Wagen sind breiter als bei uns, d.h. es gibt 5 Sitzreihen und einen Gang. Man hat sehr viel Beinfreiheit und obwohl das Licht und die hellen Wände nicht ganz so gemütlich wirken, war die Fahrt ein schönes Erlebnis. Knapp 600 km in nur 3 ½ Stunden. Schon toll!

Einen kurzen Zwischenstop legten wir in Okayama ein. Hier sollte es einen der drei schönsten Gärten Japans geben. So stand es zumindest im Reiseführer.
Unserer Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Bei einem Super-Sonnenwetter mit bestimmt 20 Grad erstreckte sich vor uns ein fantastischer Park mit vielen kleinen, unterschiedlichen Bereichen. Es gab verwinkelte kleine Steinwege durch dichte Bäume mit Blüten, Bambuswände, kleine Seen und Bäche mit Enten und ein paar kleien Reihern, freie Flächen und ein paar kleinere Schreine zum flanieren und bestaunen. Man konnte sich vor so einer Kulisse einfach nur wohl fühlen und entspannen! Außerdem hat es fast überall so blumig und frisch gerochen! Einfach schön!
Hier und da waren auch japanische Pärchen unterwegs, die uns sofort wegen ihrer Kleidung ins Auge fielen. Besonders die jungen Frauen, denn sie trugen wunderschöne, hochwertig aussehende Kimonos. Später erfuhren wir dann, dass es frische Hochzeitspaare waren, die sich dort im Garten fotografieren ließen.

Nach dem schönen Spaziergang durch den Garten ging es mit dem Taxi zurück zum Bahnhof. Jetzt war es etwa noch eine halbe Stunde mit dem SHinkansen bis Hiroshima, wo wir in unserem Hotel erwartet wurden. Unser Gepäck war ja schon vrgeliefert worden und stand schon unten in der Lobby bereit. Unser Zimmer hier in Hiroshima gefällt uns bisher am besten. 11. Stock mit toller Aussicht auf die Stadt und einen Fluss, schön geräumiges Zimmerchen und sogar das Bad wirkt ein klein wenig größer. Fast schade dass wir hier nur zwei Nächte verbringen werden.

Am Abend ging es dann mit der Truppe nochmal los in die Innenstadt auf der Suche nach was Essbarem. Wir hatten alle schrecklich Hunger und so zog es ein paar von uns auf Anraten der Reiseleitung in ein japanisches Restaurant. Nach langem Studieren der zum Glück englischen Speisekarte gabs dann endlich bald was zu essen.
Mel hatte ein Menu mit Udon-Nudeln, Reis mit Hühnchen und Soße und bei mir gabs diesmal Schweinefleisch mit Krautsalat (glaub ich zumindest), Reis und einer Miso-Suppe. Alles sehr sehr lecker und auch gar nicht mal teuer!

Alles in allem war der Tag sehr schön, aber irgendwie auch anstrengend. Jetzt liegen wir hier im Hotel im Bett und freuen uns was der Tag morgen wohl so bringt.







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