Heute hieß es mal wieder früh aufstehen. Zum Glück waren wir
durch den Onsen am Abend schön entspannt, doch das frühe Weckerklingeln jeden
Tag fängt langsam doch an etwas anstrengend zu werden. Unsere Motivation für
den Tag aber hielt uns wach: Shinkansen!
Japans berühmter Hochgeschwindigkeitszug der mit über 300
km/h über die Gleise fliegt, sollte uns heute vom Fuji-san (Shizuoka) nach
Hiroshima bringen. Wir freuten uns schon sehr darauf!
Das Frühstück noch im Hotel war leider etwas chaotisch.
Viele überwiegend chinesische Reisegruppen machten das Durchkommen am Buffet
schwer. Außerdem fiel uns auf, wie unterschiedlich die Japaner und Chinesen in
ihrer ganzen Art einfach sind. Hatten wir die Japaner bisher als sehr still,
zuvorkommend und höflich empfunden, erschienen uns die Chinesen wie das
komplette Gegenteil: Laut, aufdringlich und rücksichtslos. Wir waren froh das Buffet schnell wieder
verlassen zu können und mit unserer Reisegruppe gegen 8 Uhr morgens mit dem Bus
aufzubrechen.
Nach einstündiger Fahrt kamen wir dann in Shizuoka am
Shinkansen-Bahnhof an. Unsere Reiseleitung erklärte uns schon, dass es beim Ein
und Aussteigen im Shinkansen auf Organisation und Schnelligkeit ankommt. So
mancher Shinkansen hält maximal 1:30 Minuten und es wird absoluter Wert auf
Pünktlichkeit gelegt. Am Tag soll so ein Zug höchstens 15 Sekunden Verspätung
haben. Da kann sich unsere Bahn aber mal schön ne Scheibe von abschneiden.
Unser Einstieg jedenfalls klappte reibungslos, nachdem wir
auf dem Bahnsteig noch den ein oder anderen, durchfahrenden Shinkansen
beobachten konnten. Schon beeindruckend mit wie viel Schwung diese Züge an
einem vorbeipreschen. Sehr niedlich auch wie alle (einschließlich uns) aus der
Reisegruppe ganz aufgeregt am Gleis standen und den Fotoapparat zückten, wenn
ein Shinkansen in Sicht kam.
Im Zug hatten wir unsere reservierten Plätze recht schnell
eingenommen. Die Wagen sind breiter als bei uns, d.h. es gibt 5 Sitzreihen und
einen Gang. Man hat sehr viel Beinfreiheit und obwohl das Licht und die hellen
Wände nicht ganz so gemütlich wirken, war die Fahrt ein schönes Erlebnis. Knapp
600 km in nur 3 ½ Stunden. Schon toll!
Einen kurzen Zwischenstop legten wir in Okayama ein. Hier
sollte es einen der drei schönsten Gärten Japans geben. So stand es zumindest
im Reiseführer.
Unserer Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Bei einem
Super-Sonnenwetter mit bestimmt 20 Grad erstreckte sich vor uns ein
fantastischer Park mit vielen kleinen, unterschiedlichen Bereichen. Es gab
verwinkelte kleine Steinwege durch dichte Bäume mit Blüten, Bambuswände, kleine
Seen und Bäche mit Enten und ein paar kleien Reihern, freie Flächen und ein
paar kleinere Schreine zum flanieren und bestaunen. Man konnte sich vor so
einer Kulisse einfach nur wohl fühlen und entspannen! Außerdem hat es fast
überall so blumig und frisch gerochen! Einfach schön!
Hier und da waren auch japanische Pärchen unterwegs, die uns
sofort wegen ihrer Kleidung ins Auge fielen. Besonders die jungen Frauen, denn
sie trugen wunderschöne, hochwertig aussehende Kimonos. Später erfuhren wir
dann, dass es frische Hochzeitspaare waren, die sich dort im Garten
fotografieren ließen.
Nach dem schönen Spaziergang durch den Garten ging es mit
dem Taxi zurück zum Bahnhof. Jetzt war es etwa noch eine halbe Stunde mit dem
SHinkansen bis Hiroshima, wo wir in unserem Hotel erwartet wurden. Unser Gepäck
war ja schon vrgeliefert worden und stand schon unten in der Lobby bereit.
Unser Zimmer hier in Hiroshima gefällt uns bisher am besten. 11. Stock mit
toller Aussicht auf die Stadt und einen Fluss, schön geräumiges Zimmerchen und
sogar das Bad wirkt ein klein wenig größer. Fast schade dass wir hier nur zwei
Nächte verbringen werden.
Am Abend ging es dann mit der Truppe nochmal los in die
Innenstadt auf der Suche nach was Essbarem. Wir hatten alle schrecklich Hunger
und so zog es ein paar von uns auf Anraten der Reiseleitung in ein japanisches
Restaurant. Nach langem Studieren der zum Glück englischen Speisekarte gabs
dann endlich bald was zu essen.
Mel hatte ein Menu mit Udon-Nudeln, Reis mit Hühnchen und
Soße und bei mir gabs diesmal Schweinefleisch mit Krautsalat (glaub ich
zumindest), Reis und einer Miso-Suppe. Alles sehr sehr lecker und auch gar
nicht mal teuer!
Alles in allem war der Tag sehr schön, aber irgendwie auch
anstrengend. Jetzt liegen wir hier im Hotel im Bett und freuen uns was der Tag
morgen wohl so bringt.




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