Unsere Busfahrt dauerte ca. 3 Stunden und gegen 13 Uhr erreichten wir schließlich Nara. Der ehemaligen Hauptstadt Japans und buddhistisches Zentrum. Hier war mal wieder die Hölle los. Tausende Touristen drängten sich in den Parkanlagen, wie bereits am Samstag in Miyajima. Und auch hier waren viele Hirsche, die die Besucher um Essen anbettelten. Aber sie sind ja soooooo süüüüß ^^
In Nara haben wir uns das größte aus Holz bestehende Gebäude angesehen - den Tōdai-ji. In diesem Tempel haust ein 16m hoher und aus Bronze bestehender Buddha. Der war wirklich beeindruckend, da er und weitere Statuen in dem Tempel mit viel Blattgold verziert waren. Eine weitere Besonderheit im Tempel war ein kleines Loch in einem Pfeiler. Das Loch war vielleicht 40x40cm groß und es heißt, dass Menschen, die da hindurch krauchen können, das Nirvana betreten. Das haben dann die ganzen Kinder gemacht und auch sehr schlanke Erwachsene...Vor dem Tempel rechts saß noch eine ca. 2m hohe Holzstatue mit einem roten Umhang. Nein, nicht Rotkäppchen, sondern der Arhat - ein kleiner Zauberer. Und eben weil er zaubern konnte, durfte er nicht im Tempel sitzen, sondern nur davor. Wenn man den Arhat mit 100 Yen bezahlte kann dieser einen von diversen körperlichen Schmerzen befreien. Dazu musste man danach nur die betreffende Stelle am Arhat streichen und danach an einem selber. :) Mal sehen, ob es funktioniert! Auf dem Dach des Tempels befanden sich Fischflossen, die das Haus vor diversen Bränden schützen soll. Das hatte wohl in der Vergangenheit nicht so gut funktioniert, da der Tempel mindestens 3x neu aufgebaut wurde. Danach haben wir noch mit der Gruppe einen Spaziergang durch die angrenzende Parkanlage unternommen und dabei viele tolle Ecken entdeckt. Besonders gefallen hat hier vor allem Nepi eine endlose Aneinanderreihung von bemoosten Steinlaternen. Jede Laternen wurde von einer Familie oder einer Firma gespendet. Es gibt auch ein Fest, dass 2x im Jahr stattfindet, wo diese Laternen entzündet werden. Das muss echt schön aussehen. Schade, dass wir das nicht gesehen haben :) Aber auch so waren die Laternen sehr schön.
Oh, was ich ganz toll an diesem Tag war, waren nicht die Tempel oder Laternen, sondern ein Festival, dass wohl in Nara stattgefunden hatte. Das Wetter war herrlich warm und durch die Wälder hallten tolle rockige Klänge. Seufz. gerne hätte ich da zugeschaut und mitgefiebert :)
Gegen 16 Uhr sind wir dann letztendlich zum Hotel nach Kyoto gefahren und sind hier ca. 17:30 Uhr angekommen. Jetzt waren wir also da in unserem letzten Hotel in Japan - mit Zimmer im Omastil. Da die Rundreise doch ziemlich anstrengend ist haben wir beschlossen den Abend ruhig ausklingen zu lassen. Wir haben uns aus der Nähe eine kleine warme Bento-Box gekauft und diese dann gemütlich auf unserem Zimmer gefuttert. Das war auch wieder unheimlich lecker. Besonders die Garnelenschwänze. Lecker! Wie ihr vielleicht gemerkt habt, hatten wir gestern nicht wirklich Lust zu bloggen und haben das lieber auf heute verschoben. Doch jetzt haben wir so viel Elan, da wollen wir euch den heutigen Tag nicht vorenthalten, denn heute war es richtig super!
Wieder bei bombastischem Wetter sind wir heute morgen zum letzten Mal mit der Reisegruppe gestartet. Das erste Ziel führte uns zu einem Zen-Steingarten innerhalb von Kyoto. Hier hieß es Schuhe ausziehen, bevor wir die Tempelanlage betreten konnten. Zum Glück waren unsere Socken ganz! ^^
Ein Stein in Japan entspricht erst dann einem Schönheitsideal, wenn er von Moos bewachsen ist. Der Zen-Steingarten eigenet sich gut um zu meditieren und einen Moment der Ruhe zu finden. Der umliegende Park mit seinem wundervollen Herbstlaub und dem See halfen uns zu entspannen. Auf dem Rückweg zum Bus kamen wir in den Genuss ein Schälchen Gemüsetee zu probieren. Der war wirklich spannend. Er roch zitronig frisch und schmeckte salzig und erinnerte an eine Gemüsebrühe. Dennoch Daumen hoch!
Nach dem Zengarten fuhren wir zu einem echten Highlight. Angestrahlt von der kräftigen Herbstsonne und bei blauem Himmeln zeigte sich uns der goldene Pavilion in seiner vollen Pracht - der Kinkaku-ji. Hier lebte einst der Shogun Ashikaga Yoshimitsu. Schaut ihn euch einfach an. Er ist wunderschön! Nur zum Aufbau kurz: die oberste Ebene symbolisierte die Mönche, die mittlere Ebene stand für die Samurai und die unterste Ebene für den Tenno (der Tenno ist ein direkter Nachkomme der obersten Göttin und so eine Art Monarch). Der letzte Punkt auf unserer heutigen offiziellen Besichtigungsliste war die Nijo-Burg. Sie funktionierte als Residenz für den Shogun, in der er wichtige Verhandlungen führte - er halt seinen Job machte. Hier hieß es ebenso Schuhe ausziehen und leider absolutes Fotoverbot. Schade, denn die Bilder hätten wir euch gerne gezeigt. Die Wände waren mit Gold bemalt und auf ihnen wurden Pinien, Pfaue, Kirschblüten, Kraniche und weitere Motive dargestellt. Die umliegenden Schiebetüren waren traditionell aus Reispapier gemacht. Die besonders im Sommer für frische Luft und Kühlung sorgen sollten. Weil die Sicherheit des Shogun absolut im Vordergrund stand, war die Burg durch eine Schutzmauer und einen Burggraben gesichert. Aber was wir noch viel spannender fanden, die Gänge rund um das Haupthaus waren Ninja-sicher! Unter den Holzdielen lagen raffinierte Metallkonstruktionen, die ein quietschendes Geräusch beim Betreten verursachten, das an Nachtigallengesang erinnert. Gegen 13 Uhr endete unser heutiges Programm und Nepi und haben beschlossen, spontan nach Inari zu fahren um tausende rote Tori (Schreintore) zu sehen. Nach einigem Kuddelmuddel mit der Orientierung haben wir es auch geschafft zum Kyotoer Bahnhof zu finden. Es war komisch für mich, mich jetzt wider alleine zurecht zu finden, da ich zugegeben mich sehr an das Hinterhertrotten gewöhnt hatte. Doch die Umstellung dauerte nicht zu lange und wir standen in der richtigen Bahn nach Inari. Hier wurden wir direkt von großen roten Schreinanlagen und Toren empfangen und der Anblick war wunderbar. Ich glaube gefühlte 100 Fotos habe ich von diesen Toren gemacht. Wir stiegen den Berg hinauf und folgten dem Tori-Pfad. Nach ca. 1/4 der Strecke haben wir das Handtuch geworfen und sind wieder umgekehrt, denn es wurde doch schneller dunkel, als gedacht *hüstel* Aber das war nicht schlimm, wir haben die Tori gesehen und mir damit einen großen Wunsch erfüllt. Toll, beeindruckend! Wow! Auf dem Rückweg zur Bahn sind wir an diversen Shopping-Gelegenheiten hängen geblieben und besonders ich habe hier zugeschlagen! So tolle Sachen! Wir fuhren mit der Bahn zurück nach Kyoto und haben dort im Bahnhof ein Restaurant für das Abendessen gesucht. Der Bahnhof ist wirklich beeindruckend. Mit der Rolltreppe kann man ca. 10 Etagen hoch fahren und hat vom Dach des Bahnhofs aus einen super Blick über Kyoto (oder man steigt den Tori Berg bis zum Schluss hinauf *grins*) Der Bahnhof ist sehr modern und bietet viele Einkaufsmöglichkeiten an. Er ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Im obersten Geschoss fanden wir schließlich unser Tonkatsu-Restaurant (jap. Schnitzelrestaurant). Bei einem grünen Tee wärmten wir uns auf und genossen unser Essen. Wir gönnten uns für den Heimweg zum Hotel ein Taxi und jetzt lassen wir den Abend hier ausklingen. Unser morgiger Tag, wir der letzte in Japan sein. Mit einem weinenden und lachenden Auge sehen wir dem Ende unserer Reise entgegen. Morgen treffen wir Marc, einen ehemaligen Arbeitskollegen von Nepi. Wir freuen uns schon sehr auf das Treffen. Doch zunächst belohnen wir uns morgen früh damit, einfach mal bis ca. 9 Uhr auszuschlafen! Jippi!!!! P.S. Wir merken, dass unsere Aufnahmekapazitäten wirklich am Ende sind. Wir haben schon meinen Schal in Hiroshima vergessen, Straßenkarten von Kyoto und noch mehr. Schusselchen 1 und Schusselchen 2 gehen gleich mal schlafen ;)
Rundreise Tag 10
Rundreise Tag 11




Heilige Hirsche! Auch wenn sie noch so süß sind; NICHT lecker!
AntwortenLöschenZumindest nicht in diesem unzubereiteten Zustand ;o)
Wünsche Euch beiden Lieben noch einen besinnlichen Ausklang der Reise
und nochmals vielen Dank für die ausführlichen Reisebeschreibungen :o)))
biba^^ Karin hegggdl^^
So viele Eindrücke, Emotionen, Begegnungen habt ihr erlebt. Das muss man jetzt erst einmal innerlich verarbeiten.Die kleine süße Katze war bestimmt für mich. Niedlich. Eine gute Heimreise wünsche ich euch.
AntwortenLöschenMutsch