Und wieder geht ein Tag in Tokyo seinem Ende zu. Während ich das schreibe ist es hier Ortszeit Mitternacht…das Ende eines wirklich wundervollen Tages! Ein Tag mehr, den Mel und ich so schnell nicht wieder vergessen werden.
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg die Suche nach dem Pokémon-Center fortzusetzen. Unser zweiter Versuch führte uns ins Stadtviertel Ginza, wie wir ja gestern von der wirklich reizenden Tokioterin erfahren hatten. Mit der Metro ging es flott zur richtigen Station…doch der Fußmarsch zum Ziel erwies sich als etwas schwieriger. Wir hatten zwar eine Karte dabei die uns den Weg weisen sollte, doch die nützt einem nicht viel, wenn man keine Straßennamen lesen kann. Verdammte Schriftzeichen ; ) Mel und ich wurden ungeduldig, irgendwo hier musste dieses Pokémon-Center doch sein! Ich also wieder in den nächsten Laden und mit mittlerweile mehr Übung auf japanisch danach gefragt.
"Pokémon-Center wa doko desu ka?" Die kleine Kassiererin wusste es leider nicht, rief aber sofort ihren älteren Chef herbei. Der verstand was wir suchten und bedeutete uns mit freundlichen Gesten ihm nach draußen auf die Straße zu folgen. Wir dachten er würde uns mit der Hand die Richtung zeigen… aber weitgefehlt. Der liebe Japaner lief einfach los…und machte Zeichen, dass wir ihm folgen sollten. :D Mel und ich trabten also schweigend und ein bisschen überwältigt von soviel Hilfsbereitschaft dem netten Mann hinterher. Bis ganz vor die Tür des Pokémon-Centers hat er uns zwar nicht geführt, aber so gut wie. Mit seiner Hilfe war der Rest ein Klacks und wir bedankten uns glücklich.
Endlich waren wir da, im Pokemon-Center! Überwältigend! Ein einziger Laden vollgepackt mit Pokémon-Merchandise und quirligen Kindern mit leuchtenden Augen plus resignierter Eltern die jedes Kuscheltier und jedes Spielzeug willig bezahlten. Mel hat es recht lange mit mir dort ausgehalten, vielen Dank dafür *schmatz* Hat echt Spaß gemacht und für mich ein neues Highlight! (gekauft hab ich natürlich auch ein bisschen was ; )
Der nächste Halt für uns war dann Shibuya. Im Reiseführer stand, es ist das angesagte Szene-Viertel für Teenager zum Shoppen und Spaß haben. Von Bildern wussten wir schon in etwa was uns erwartet, doch es selbst zu erleben war einfach etwas ganz anderes und unglaublich toll!
Gerade an der Shibuya-Station angekommen wollten wir uns vorher noch mit einem Kaffee stärken. Weil Mel gerne was im Internet nachschauen wollte, entschieden wir uns für ein Starbucks. Gesagt getan, kaum haben wir unseren Kaffee in der Hand und suchen uns ein geeignetes Plätzchen sehen wir den gigantischen Ausblick auf die berühmte Shibuya-109 Kreuzung! Wahnsinn! Von bestimmt 6 verschiedenen Seiten strömen da Menschen über die Ampeln, umrahmt von Hochhäusern mit Werbeschildern und gigantischen Fernsehern. Wir konnten uns kaum sattsehen und konnten es auch kaum erwarten uns ebenfalls in das Getümmel dieser Shopping-Meile zu stürzen.
Es war ein wirklich überwältigendes Gefühl sich mit den vielen Japanern um uns herum den Weg über die große Kreuzung zu bahnen…und das vor dieser Kulisse! Das Bummeln konnte losgehen!
Gleich am ersten Stand wurde Mel fündig - die weiße Nagetiermütze mit den niedlichen Öhrchen war wie für sie gemacht ; D Wie berauscht von den vielen Straßen mit unzähligen Shops, den ganzen Lichtern, Werbefilmen und der Musik die hier überall aus den Lautsprechern trällerte, ließen wir uns einfach treiben und genossen diese so fremde, aber unheimlich aufregende und einnehmende Szene Japans.
Anfangs war es schwer unter den vielen Eindrücken nicht die Orientierung zu verlieren und wir mussten ständig auf unserer Karte nachschauen. Einmal fragte ich auch einen Polizisten, der mir ganz lieb in gutem Englisch unseren Standpunkt auf der Karte zeigte. Tjaja…hier ist es manchmal wichtiger zu wissen wo man ist, und nicht wo man hin will!
Nach dem ersten Shoppingtrubel war uns nach Entspannung. Wir hatten von einer japanischen Shisha-Bar gelesen und waren sofort begeistert! Nach einem lustigen Fehlversuch besagte ShishaBar zu finden (wir sind im falschen Haus in den 6.Stock gefahren…und standen plötzlich in einem ranzigen, leeren Flur - also wieder runter mit dem Fahrstuhl ^^) ließen wir uns doch in einem recht lauschigen Raum in der Shishabar nieder. Die Fenster waren mit Tüchern abgehängt und aus den Lautsprechern drang chillige, japanische LoungeMusik. Cool : ) Wir also eine Shisha bestellt, auch wenn wir uns über die Preise nicht sicher waren. Auch Getränke wurden uns nicht angeboten, doch alle um uns herum hatten was zu trinken. Die Shisha selbst war super, sehr lecker und langanhaltend. Aber Durst hatten wir schon! Ich also WIEDER die netten Japaner nebenan angequatscht… und es stellte sich heraus dass man sich an einem Kühlschrank in der einen Ecke der bar einfach selbstbedienen sollte. Das kannten wir so auch noch nicht. Nach unserer wirklich entspannenden Shisha-Pause wurde dann bezahlt und die Shibuya-Tour konnte weitergehen.
Inzwischen war es draußen dunkel geworden (und das um halb 5!) und die buntbeleuchteten Straßen jetzt so zu sehen war nochmal ein ganz neues Erlebnis! Eine der vielen Spielhallen erregte dann unsere Aufmerksamkeit, aus der laut und kreischend die vielen Sounds und Musiken der ganzen Automaten schepperte. Tinitus hoch 10 aber wir hatten unseren Spaß! Mel hat ein lustiges Spiel ausprobiert, in dem sie eine Art Hindernisrennen laufen musste: mit den Händen am Hintern eines bunten Schweinchens! Schaut euch die Fotos an, es war herrlich ^_^ An einem Greifer-Automaten hat sie dann sogar noch ein kleines Stofftierchen gewonnen, das Ähnlichkeit mit einem Meerschweinchen hat, aber wohl in Wahrheit ein Pferd sein soll. Hehe, es war einfach lustig!
Langsam hatten wir aber Hunger und die Füße taten auch schon weh. Also machten wir uns auf den Rückweg. Am gestrigen Abend hatten wir schon ein sehr ansprechend aussehendes japanisches Restaurant in unserem Kiez entdeckt das wir gerne einmal besuchen wollten. Sie hatten auch noch eine englische karte also ein großes Plus ; )
Der laden war schön traditionell eingerichtet, wirkte sehr einladend und irgendwie familiär. Wir wurden auch wie alle Gäste beim Eintreten laut vom Chef begrüßt, auf den ebenfalls der Chor der anderen Mitarbeiter folgte. Neugierig studierten wir die karte und konnten aus bei dem großen Angebot kaum entscheiden. Und es sah alles so lecker aus! Letztendlich sind es dann zur Vorspeise wieder die geliebten Yakitori-Spieße geworden, diesmal aber mit leckerer Teriyaki-Marinade, und zur Hauptspeise gabs das sogenannte "Unagi Kamemashi" Ein gedämpfter Reistopf gegart in leckerer Suppe und als Highlight Aal! Drüber dann noch kleine Lauchzwiebelchen und etwas Wasabi - LECKER!!! Ich hatte Aal noch nie gegessen und war von diesem Essen wirklich begeistert (Mel auch ^^) Besonders und diesem kleinen Laden! Die Bedienungen waren alle so nett und irgendwie lustig drauf. Ständig erklang gut gelaunt der Chor wenn Gäste sich verabschiedeten oder neue Gäste hereinkamen. Besonders der Chef war irgendwie niedlich und Mel und ich haben uns einfach nur wohl gefühlt.
Wohl gestärkt vom leckeren Essen gings dann fix ins Hotel, Sachen ablegen und dann nochmal los Richtung "Sky Tree Tower", den hatten wir ja schon aus der Ferne gesehen doch wir wollten ihn jetzt auch endlich aus der Nähe sehen. Ein abendlicher Spaziergang am Ufer des "Sumida Gaba" Flusses entlang führte uns dann zum Tower, der aus der Nähe wirklich noch beeindruckender war.
Mit jedem neuen Tag fühlen wir uns nach Erlebnissen wie diesen immer wohler in Tokyo. Die anfängliche Gehemmtheit ist sogut wie verschwunden und weil wir so langsam den Bogen raushaben, wie das Leben hier in Japan so tickt, macht es viel mehr Spaß alles auszuprobieren und sich dabei auch sicher und gut zu fühlen. Gut, wir haben schon das Gefühl als Ausländer etwas aufzufallen, aber wirklich stören tut es uns nicht. Hier in Japan ist irgendwie alles so frei und ungezwungen. Hier und da sehen wir mal ein paar Nicht-Asiaten, aber eher selten. Darum werden wir schon von dem ein oder anderen etwas länger beäugt, doch bisher noch niemals so dass es unangenehm wäre. Vielmehr flirten wir in U-Bahnen schon mit kleinen japanischen Babies und freuen uns wenn sowohl das Baby, als auch die Eltern freundlich zurücklächeln und uns mit einem winkenden "Bai Bai" verabschieden.
PS.: Die Vorweihnachtszeit hat hier für uns schon begonnen. Heute beim Frühstück gab es bereits die volle Dröhnung "Rudolf the Red Nosed Reindeer" und "Silent Night" und am SkytreeTower war schon der Weihnachtsmarkt aufgebaut. In diesem Sinne: HO-HO-HO auf japanisch und Gute Nacht : )




Es macht soooo Spass euch "zuzugucken" :) Und die Mütze ist der Hammer!!!
AntwortenLöschenDazu passt ja perfekt meine Giraffenmütze :D
Ja! Der allersüßeste Knuddelhammer ist diese Mütze Melli :o) Sie wurde sicherlich nur für dich gemacht! Karin :o)
AntwortenLöschen